Es gibt 7 Weltwunder, 7 Kontinente,
7 Wochentage und den 7. Sinn
(Berlindabei - Rüdesheimer Platz & Umgebung 7)
Als Addition von 3 und 4 ist sie die Zahl der Vollkommenheit und Vollständigkeit, denn in der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters steht die 3 für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffene Seele und den Geist und die 4, die Zahl der Elemente, für die materiellen Dingen. Und wer den Weg der Mitte hier auf der Erde in Verbindung mit dem Spirituellen gehen kann, wird laut Kabbalah zum Meister des Lebens.

Schon bei den Babyloniern hatte die 7 eine Sonderstellung, was möglicherweise mit der Beobachtung astronomischer Besonderheiten zu tun hat. 7 scheinbar bewegliche Himmelskörper waren schon frühzeitig mit bloßem Auge sichtbar und man sah in ihnen Zeichen der Gesamtordnung des Kosmos. Da man in frühen Gesellschaften das Himmelsgeschehen als göttlich verstand, wurden diese „Wandelgestirne“ mit den Göttern gleichgesetzt und ihnen wurden die 7 Wochentage zugeordnet:
Sonntag zur Sonne, Montag zum Mond, Dienstag (franz. mardi) zum Mars, Mittwoch (franz. mercredi) zum Merkur, Donnerstag (ital. giovedì) zum Jupiter, Freitag (franz. vendredi) zur Venus und Samstag (engl. saturday) zum Saturn.
Die 7 wird in der Bibel 770-mal erwähnt. Das Alte Testament beginnt mit der 7-tägigen Schöpfungsgeschichte und die Israeliten erlebten in Ägypten die 7 fetten und die 7 dürren Jahre. Es gibt 7 Erzengel und Michael kämpft gegen den Teufel in Gestalt eines 7-köpfigen Drachen. Im Matthäus-Evangelium gibt Jesus 7 Gleichnisse vom Himmelreich, bei Johannes werden 7 Wunder Jesu beschrieben und die Offenbarung kündigt mit den Visionen der 7 Siegel, der 7 Posaunen und der 7 Plagen die Apokalypse an. Das Vaterunser besteht aus 7 Bitten. Außerdem kennt der Katholizismen, zusammengestellt von Papst Gregor dem Großen,
7 Tugenden, 7 Laster, 7 Sakramente und 7 Gaben des Heiligen Geistes, denen jeweils eine der 7 freien Künste zugeordnet war.
Bei den Juden wird der Sabbat, der 7. Tag der Woche, geheiligt. Der heilige Leuchter, die Menora, hat 7 Arme. Pessach und das Laubhüttenfest dauern je 7 Tage und das große Festjahr, Schmittah oder Sabbatjahr, in dem traditionell das Land brachlag, die Schulden gestrichen und Sklaven freigelassen wurden, erfolgt im 7. Jahr. Für Muslime ist der 7. Himmel der Ort der letzten Verklärung, den Prophet Mohammed erreichte. Im Hinduismus kennt man das 7-Chakren-System.
In der Numerologie verrät die Geburtszahl eines Menschen, die sich aus der Quersumme des Geburtsdatums ergibt, seine Anlagen und Möglichkeiten. Menschen mit der Geburtszahl 7 sind originell, intellektuell und denken stets analytisch. Sie wirken introvertiert und schließen nur langsam Freundschaften, dann aber für immer. Sie können ebenso gut reden wie zuhören, setzen sich hohe Ziele und vertreten ihre Meinung vehement. Die Namenszahl, bei der die Buchstaben des Namens in Zahlen umgewandelt werden, deutet an, was die Person aus sich selbst gemacht hat. Menschen mit der Namenszahl 7 sind ernsthaft, loyal und verlässlich. Als Denker, Philosophen oder Mystiker haben sie ein Sensorium für Wahrheit und Unwahrheit. Die Schicksalszahl schließlich, die sich aus Geburts- und Namenszahl errechnet, gibt Auskunft darüber, was die betreffende Person von ihrem Leben zu erwarten hat. Menschen mit der Schicksalszahl 7 können Grenzen erkennen und sich selbst Grenzen ziehen. Aufgrund ihrer Bescheidenheit und ihrer Liebenswürdigkeit zollen Freunde wie Feinde ihnen Respekt und sie eignen sich als Schiedsrichter und Schlichter.
Die 7 in Redewendungen, Sprichwörter und Bauernweisheiten
Man sucht seine Siebensachen zusammen. Wenn es am Siebenschläfer (27. Juni) regnet, sind 7 Wochen mit Regen gesegnet. Man hat einen
7. Sinn. Besserwissen sind siebengescheit. Das verflixte 7. Jahr. Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung. Man steht da wie Pik-7.
Schneewittchen und die 7 Zwerge hinter den 7 Bergen. Das tapfere Schneiderlein erledigt 7 auf einen Streich. Die 7 Raben. Die 7 Geißlein. Bei Wilhelm Busch hecken Max und Moritz 7 Streiche aus. Sindbad der Seefahrer muss auf 7 Reisen Abenteuer bestehen. Siebenmeilenstiefel verleihen die Fähigkeit, schnell und weit zu wandern.

„Die sieben Todsünden“. Ballet chanté in neun Szenen von Bertolt Brecht, Musik: Kurt Weill, 1933. „Das siebte Kreuz“. Roman von Anna Seghers, 1942 erschienen, 1944 verfilmt. „Die sieben Samurai“. Japanischer Historienfilm von Akira Kurosawa, 1942. 1961 kam das Western-Remake „Die glorreichen Sieben“ von John Sturges in die deutschen Kinos. „Das siebente Siegel“. Historisches Filmdrama von Ingmar Bergman, 1957. „Über sieben Brücken musst du gehn“. Album der DDR-Rockgruppe Karat, 1979. 1980 wurde der Titelsong von Peter Maffay gecovert. „Sieben“. Thriller von David Fincher über einen Serienmörder, der von den 7 Todsünden besessen ist, 1995.
Es gibt 7 Weltwunder, 7 Kontinente, 7 Wochentage und den 7. Sinn. In der Geografie taucht die 7 in Siebenbürgen (Transsilvanien, Landesteil von Rumänien) und dem Siebengebirge (Mittelgebirge bei Bonn) auf. Die Biologie kennt den Siebenpunkt (Marienkäfer), den Siebenschläfer (Nagetier) und den Siebenstern (Pflanzenart). In der Wahrscheinlichkeitsrechnung kommt beim Würfeln mit zwei Würfeln die 7 statistisch am häufigsten vor. Im Sport gibt es den Siebenmeter, den Strafwurf bzw. Strafstoß beim Handball, Hallenfußball und Hockey.
Zahlreiche Experimente von Verhaltensforschern zeigen eine Bevorzugung der Zahl 7. Die häufigste Antwort auf die Frage nach der Lieblingszahl oder die Frage nach einer beliebigen Zahl zwischen 1 und 9 ist die 7. Weil die Farbe Blau so häufig als Lieblingsfarbe angeführt wird, nennt man dieses Phänomen Blue-Seven-Phänomen.
Eine Erklärung könnte die Bedeutung der 7 in der Wahrnehmung der Menschen sein. Schon im 17. Jahrhundert entdeckte John Locke das „seven phenomenom“, als er das Auffassungsvermögen eines Erwachsenen untersuchte: Eine Testperson, die sich kurz eine größere Anzahl von Gegenständen ansieht, hat anschließend bei bis zu 7 Objekten eine Trefferquote von fast hundert Prozent. Das Phänomen, dass wir zum Beispiel nach kurzem Hinsehen später bis zu 7 Zahlen wiederholen können, aber nur selten mehr, nennt die Kognitionspsychologie Millersche Zahl.
(cj)

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