Samstag, 19. April 2014
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Es gibt 7 Weltwunder, 7 Kontinente,


7 Wochentage und den 7. Sinn

(Berlindabei - Rüdesheimer Platz & Umgebung 7)

Die 7 – eine mystische, heilige und göttliche Zahl


Als Addition von 3 und 4 ist sie die Zahl der Vollkommenheit und Voll­stän­digkeit, denn in der christlichen Zahlensymbolik des Mittel­al­ters steht die 3 für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes ge­schaf­fene Seele und den Geist und die 4, die Zahl der Elemente, für die materiellen Dingen. Und wer den Weg der Mitte hier auf der Er­de in Verbindung mit dem Spi­­ri­­tuellen gehen kann, wird laut Kabba­­lah zum Meister des Le­bens.


Artikel 7

Schon bei den Babyloniern hatte die 7 eine Sonderstellung, was mög­licherweise mit der Beobachtung astronomischer Besonder­hei­ten zu tun hat. 7 scheinbar bewegliche Himmelskörper waren schon früh­zeitig mit bloßem Auge sichtbar und man sah in ihnen Zeichen der Gesamtordnung des Kosmos. Da man in frühen Gesell­schaften das Himmelsgeschehen als göttlich verstand, wurden diese „Wan­del­gestirne“ mit den Göttern gleichgesetzt und ihnen wurden die 7 Wochentage zugeordnet:
Sonntag zur Sonne, Montag zum Mond, Dienstag (franz. mardi) zum Mars, Mittwoch (franz. mercredi) zum Merkur, Donnerstag (ital. giovedì) zum Jupiter, Freitag (franz. vendredi) zur Venus und Samstag (engl. saturday) zum Saturn.

Die 7 in den Weltreligionen


Die 7 wird in der Bibel 770-mal erwähnt. Das Alte Testament beginnt mit der 7-tägigen Schöpfungsgeschichte und die Israeliten erlebten in Ägypten die 7 fetten und die 7 dürren Jahre. Es gibt 7 Erzengel und Michael kämpft gegen den Teufel in Gestalt eines 7-köpfigen Drac­hen. Im Matthäus-Evangelium gibt Jesus 7 Gleichnisse vom Himmel­reich, bei Johannes werden 7 Wunder Jesu beschrieben und die Offenbarung kündigt mit den Visionen der 7 Siegel, der 7 Posaunen und der 7 Plagen die Apokalypse an. Das Vaterunser besteht aus 7 Bitten. Außerdem kennt der Katholizismen, zusammengestellt von Papst Gregor dem Großen,
7 Tugenden, 7 Laster, 7 Sakramente und 7 Gaben des Heiligen Geistes, denen jeweils eine der 7 freien Künste zugeordnet war.
Bei den Juden wird der Sabbat, der 7. Tag der Woche, geheiligt. Der hei­lige Leuchter, die Menora, hat 7 Arme. Pessach und das Laub­hüt­ten­­fest dauern je 7 Tage und das große Festjahr, Schmittah oder Sab­batjahr, in dem traditionell das Land brachlag, die Schulden ge­stri­chen und Sklaven freigelassen wurden, erfolgt im 7. Jahr. Für Mus­li­me ist der 7. Himmel der Ort der letzten Verklärung, den Prophet Mohammed erreichte. Im Hinduismus kennt man das 7-Chakren-System.

Die 7 in der Esoterik


In der Numerologie verrät die Geburtszahl eines Menschen, die sich aus der Quersumme des Geburtsdatums ergibt, seine Anlagen und Möglich­keiten. Menschen mit der Geburtszahl 7 sind originell, intel­lek­tuell und den­ken stets analytisch. Sie wirken introvertiert und schlie­ßen nur langsam Freundschaften, dann aber für immer. Sie können ebenso gut reden wie zuhören, setzen sich hohe Ziele und vertreten ihre Meinung vehement. Die Namenszahl, bei der die Buchstaben des Namens in Zahlen umgewandelt werden, deutet an, was die Person aus sich selbst gemacht hat. Menschen mit der Namenszahl 7 sind ernsthaft, loyal und verlässlich. Als Denker, Philosophen oder Mystiker haben sie ein Senso­rium für Wahrheit und Unwahrheit. Die Schicksalszahl schließ­lich, die sich aus Geburts- und Namenszahl errechnet, gibt Auskunft darüber, was die betref­fende Person von ihrem Leben zu erwarten hat. Menschen mit der Schicksalszahl 7 können Grenzen erkennen und sich selbst Grenzen ziehen. Aufgrund ihrer Bescheidenheit und ihrer Liebens­würdigkeit zol­len Freun­de wie Feinde ihnen Respekt und sie eignen sich als Schieds­richter und Schlichter.

Die 7 in Redewendungen, Sprichwörter und Bauernweisheiten
Man sucht seine Siebensachen zusammen. Wenn es am Sieben­schläfer (27. Juni) regnet, sind 7 Wochen mit Regen gesegnet. Man hat einen
7. Sinn. Besserwissen sind siebengescheit. Das verflixte 7. Jahr. Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung. Man steht da wie Pik-7.

Die 7 im Märchen


Schneewittchen und die 7 Zwerge hinter den 7 Bergen. Das tapfere Schneiderlein erledigt 7 auf einen Streich. Die 7 Raben. Die 7 Geiß­lein. Bei Wilhelm Busch hecken Max und Moritz 7 Streiche aus. Sindbad der Seefahrer muss auf 7 Reisen Abenteuer bestehen. Sieben­meilenstiefel ver­leihen die Fähigkeit, schnell und weit zu wandern.

Blume

Die 7 in den Künsten


„Die sieben Todsünden“. Ballet chanté in neun Szenen von Bertolt Brecht, Musik: Kurt Weill, 1933. „Das siebte Kreuz“. Roman von Anna Seghers, 1942 erschienen, 1944 verfilmt. „Die sieben Samurai“. Japanischer Historienfilm von Akira Kurosawa, 1942. 1961 kam das Western-Remake „Die glorreichen Sieben“ von John Sturges in die deutschen Kinos. „Das siebente Siegel“. Historisches Filmdrama von Ingmar Bergman, 1957. „Über sieben Brücken musst du gehn“. Album der DDR-Rockgruppe Karat, 1979. 1980 wurde der Titelsong von Peter Maffay gecovert. „Sieben“. Thriller von David Fincher über einen Serienmörder, der von den 7 Todsünden besessen ist, 1995.


Immer wieder 7


Es gibt 7 Weltwunder, 7 Kontinente, 7 Wochentage und den 7. Sinn. In der Geografie taucht die 7 in Siebenbürgen (Transsilvanien, Landes­teil von Rumänien) und dem Siebengebirge (Mittelgebirge bei Bonn) auf. Die Bio­logie kennt den Siebenpunkt (Marienkäfer), den Siebenschläfer (Nage­tier) und den Siebenstern (Pflanzenart). In der Wahrscheinlich­keits­rechnung kommt beim Würfeln mit zwei Wür­feln die 7 statistisch am häufigsten vor. Im Sport gibt es den Sieben­meter, den Strafwurf bzw. Strafstoß beim Handball, Hallenfußball und Hockey.

Warum hat die 7 eine solche Sonderstellung?


Zahlreiche Experimente von Verhaltensforschern zeigen eine Bevor­zu­gung der Zahl 7. Die häufigste Antwort auf die Frage nach der Lieb­lings­zahl oder die Frage nach einer beliebigen Zahl zwischen 1 und 9 ist die 7. Weil die Farbe Blau so häufig als Lieblingsfarbe angeführt wird, nennt man dieses Phä­no­men Blue-Seven-Phänomen.

Eine Erklärung könnte die Bedeutung der 7 in der Wahrnehmung der Menschen sein. Schon im 17. Jahrhundert entdeckte John Locke das „seven phenomenom“, als er das Auffassungsvermögen eines Er­wach­senen untersuchte: Eine Testperson, die sich kurz eine grö­ßere Anzahl von Gegenständen ansieht, hat anschließend bei bis zu 7 Objekten eine Trefferquote von fast hundert Prozent. Das Phänomen, dass wir zum Bei­spiel nach kurzem Hinsehen später bis zu 7 Zahlen wiederholen können, aber nur selten mehr, nennt die Kogni­tions­psychologie Millersche Zahl.
(cj)

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