Freitag, 15. Dezember 2017
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Aus dem BezirksamtAus dem BezirksamtAUS DEM BEZIRKSAMT

(Berlindabei - Rüdesheimer Platz & Umgebung 7)



Stellen Sie sich einen kalten Novemberabend vor. Es ist nach Ge­schäfts­schluss, der Feierabend hat für die meisten begon­nen und so sind die Wohngebiete rund um das sogenannte Rheingauviertel in Wilmersdorf dicht beparkt.

 

Zum Kochen hatten Sie keine Lust und vielleicht wird deshalb auch noch das Lieblingsrestaurant um die Ecke besucht. Die nasskalte Wit­te­rung macht keinen Spaß und warum nicht den kürzesten Weg wählen? Parken in zweiter Reihe – na und? Jeder Winkel wurde bis zum letzten Zentimeter ausgenutzt, um das Auto möglichst nahe dem eigenen Wohnort unterzubringen. Ein Parken im Ein­mündungs- oder Kurvenbereich und in zweiter Reihe der ohnehin engen Straßen wird dabei einfach aus Bequem­lichkeit in Kauf genommen, denn das Falschparken kostet ja maxi­mal ein „Knöllchen“ und ein ärgerliches Achselzucken über die „Abzocker“ vom Ordnungsamt. So die eher gleichgültige Ein­stellung der Parkenden. Ein Bild, wie es sich in vielen Wohn­vierteln des Bezirks Charlot­tenburg-Wilmersdorf, aber natür­lich auch insgesamt im Stadtgebiet tagtäglich zeigt.

 

Doch was diese ganz alltägliche Situation im Ernstfall eines Rettungs­ein­satzes bedeuten kann, ist wohl den wenigsten bewusst oder wird ganz einfach ausgeblendet. Eine umgestürzte Kerze, die den kalten Novemberabend gemütlich machen sollte, ver­ursacht einen Wohnungs­brand und die schnell herbei­eilende Feuerwehr sitzt mit dem notwendigen Lösch­­zug nur eine Querstraße vom Brandort entfernt mit den Fahrzeugen fest.

Grund: Ein Falschparker an der Stra­ßen­einmündung blockiert die Durchfahrt und der viel­leicht lebens­rettende Einsatz ver­zögert sich unverhält­nis­mäßig.

Das Ordnungsamt hat in enger Zusammenarbeit mit der Ber­li­ner Feuerwehr in Begleitung von Bezirksstadtrat Marc Schulte sowie Vertreterinnen und Vertretern der Presse bereits mehr­fach – über­wiegend in der Vorweihnachtszeit – den geschil­der­ten Ernstfall als Präventiveinsatz mit einem kompletten Ret­tungs­zug anschaulich vorgeführt. Mit Blau­lichteinsatz durch das Rheingau­viertel. An min­de­stens jeder zweiten Ecke gab es Schwierigkeiten beim Durch­kom­men mit einem Löschfahrzeug oder sogar für den Rettungs­wagen wurde so manche zuge­parkte Ecke zum Fallstrick. Im realen Rettungs­fall könnte es Menschen­leben kosten, wenn die Feuer­wehr durch die unbe­dachten Falschparker aufge­halten würde.
Bei diesen Präventiv­einsätzen, aber besonders auch bei den täg­li­chen Streifen­gängen des Ordnungsamtes macht es vor allem be­trof­fen, wie sich die Reaktion der Falschparkenden ge­stal­tet. Eine Mis­chung aus Gleichgültigkeit bis hin zur wutschnauben­den Verär­gerung über das als Behörden­will­kür emp­fundene Einschreiten des Ordnungsamtes. Nahezu nicht vorhanden ist so etwas wie Schuld­be­wusst­sein oder Einsicht, dass das eigene Verhalten nicht ganz korrekt ist. Auch wenn Parkraum knapp bemessen ist, so ist es doch not­wendig, die täglich über uns schwebende Ge­fahren­­situa­tion in unseren Wohnvierteln zu erkennen und zum aktiven Nach­denken über die eigenen Parkge­wohn­heiten bereit zu sein.

Mit anderen Worten: Solange einem der konkrete Park­platz − mög­lichst vor der Haustür − wich­tiger ist als die Sicher­heit aller, wird das Ordnungsamt die berühmten „Knöllchen“ weiter schreiben. Prävention und keine behördliche Willkür.

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