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Ganz kurze Geschichte der Hörhilfen

Der große Wunsch,  ein nachlassendes Hörvermögen auszugleichen, ist so alt wie die Kulturgeschichte der Menschheit. Während heute kleine digitale Hörgeräte dafür sorgen, dass wir wieder alles verstehen können, mussten die alten Griechen noch mit riesigen Hörrohren vorlieb nehmen. Im 2. Jahrhundert nach Christus beschreibt der griechische Arzt Galenos von Pergamon erstmals ein System zur Hörverbesserung: Es bestand lediglich aus einem ausgehöhlten Tierhorn.

Dies ist der früheste schriftliche Hinweis auf ein Hörgerät, auch wenn viele Historiker glauben, dass Tierhörner schon viel früher als akustische Verstärker benutzt wurden. Fest steht jedoch, dass diese Form der Schallverstärkung - also das Hörrohr - lange Zeit die einzige Hilfe für Schwerhörige blieb. Verschiedene Gelehrte experimentierten in den folgenden Jahrhunderten lediglich mit Form und Größe. Erst Anfang des 17. Jahrhunderts bildeten Handwerker die Tierhörner mit anderen Materialien nach und tarnten die Hörhilfen als Pfeifen, Spazierstöcke, Operngläser oder Fächer. Ein sehr wichtiger Impuls für die Hörgeräteentwicklung ging vom Unternehmer Graham Bell aus. Bell gilt als Erfinder des elektrischen Hörgeräts und des Telefons. Bell, der ein Hörgerät für seine schwerhörige Frau konstruieren wollte, beschäftigte sich zu diesem Zweck mit der Umwandlung von Schallschwingungen in elektrischen Strom. Der Strom wurde über Leitungen übertragen und anschließend in Schallschwingungen zurück verwandelt. Bell entwickelte schließlich einen Apparat, der das erste brauchbare Telefon darstellte, und schuf damit die technischen Grundlagen für den Bau von elektrischen Hörgeräten.  Die nun bereitstehende Technologie greift der Engländer Bertram Thornton auf und baut 1896 das erste Hörgerät mit einem Lautsprecher und einem Mikrofon. Die elektronische Hörhilfe ist zwar schwer und unhandlich, die Verstärkerleistung aber allen bekannten Hörgeräten weit überlegen. 1934 kommt das erste tragbare Hörgerät auf den Markt – mit einem stolzen Gewicht von 11 Kilogramm. Von nun an werden die Geräte immer kleiner, bis sie 1960 endlich direkt hinter oder im Ohr getragen werden können. Bis Anfang der 90er Jahre kamen nur analoge Hörgeräte zum Einsatz. Immer kleinere Computer-Chips ermöglichten 1996 die Einführung erster digitaler Hörsysteme. Ähnlich wie beim Übergang vom (analogen) Schallplattenspieler zum (digitalen) CD-Spieler werden hier die akustischen Signale rein digital verarbeitet. Heute verarbeitet ein hochleistungsfähiger Minicomputer alle Klänge und gibt sie individuell gefiltert oder verstärkt an den Träger weiter, sodass ein optimaler Ausgleich des Hörverlustes problemlos möglich ist.

 

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