Montag, 21. August 2017

Artikel aus Berlindabei

Schmargendorf im Wandel der Zeit – Teil 1

Karin Mühlenberg
(Berlindabei - Schmargendorf, Grunewald, Halense 3)

 

Wie mit offenen Armen emp­fängt Schmargendorf seine Besucher. Die beiden Straßen­seiten entlang des grünen Mittel­streifens mit den niedrigen Bäumen strecken sich den Ankömmlingen grüßend entgegen, wenn sie die leicht abschüssigen Fahrbahnen in die Breite Straße von Schmargendorf hinunter­fahren. Selbst als Einkaufsstraße wirkt die älteste Straße in diesem Ortsteil von Wilmersdorf wie ein helles Tal, das dem Himmel weit­räumig Platz zwischen den Bauten aus unterschiedlichen architek­tonischen Epo­chen gewährt. Noch bis zum Ende des 19. Jahr­hun­derts lebten hier vorrangig Bauern an der ehemaligen Sandstraße im Dorf mit der charakteristischen kleinen Feldstein­kirche. Die große Stadt Berlin war noch weit entfernt. Heutzutage ist die Breite Straße eine Durch­gangsstrecke von Berlins Zentrum nach Dahlem oder Grunewald.

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Schulleiter Michael RudolphAuf Spurensuche in Friedenau

Von Michael Rudolph

(Berlindabei - Friedenau & Umgebung 5)

 

Wenn wir zu Fuß vom Varziner Platz durch die Isoldestraße zum Perelsplatz spazieren, sehen wir schon von Weitem ein großes Ge­bäu­de mit einem mächtigen, hoch aufragenden Turm. Wir über­queren die Handjerystraße, in der nach dem Zweiten Weltkrieg für mehrere Jahre die Trümmerbahn ihre Loren vom Prager Platz zum Insulaner zog. Nach wenigen Schritten stehen wir vor dem Gebäude des ehemaligen Friedenauer Gymnasiums.

 

Über 100 Jahre steht es nun schon an seinem Platz. Schade, dass sei­ne Steine nicht reden können! Sie könnten uns erzählen, wie der jun­ge, gerade 28 Jahre alte Architekt Erich Blunck zusammen mit seinem Partner Paul Engelmann das Schulgebäude für die damals un­geheure Summe von 435.000 Goldmark in den Jahren 1901− 1902 errichtete.
Sie könnten vom Abschiedskommers einschließlich Festsalaman­der zu Ehren des Direktors und Geheimrats Dr. Wilhelm Busch nach über 25-jähriger Amtsführung berichten.

 

 

 

 

 

 

 

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Aus dem BezirksamtAus dem BezirksamtAUS DEM BEZIRKSAMT

(Berlindabei - Rüdesheimer Platz & Umgebung 7)



Stellen Sie sich einen kalten Novemberabend vor. Es ist nach Ge­schäfts­schluss, der Feierabend hat für die meisten begon­nen und so sind die Wohngebiete rund um das sogenannte Rheingauviertel in Wilmersdorf dicht beparkt.

 

Zum Kochen hatten Sie keine Lust und vielleicht wird deshalb auch noch das Lieblingsrestaurant um die Ecke besucht. Die nasskalte Wit­te­rung macht keinen Spaß und warum nicht den kürzesten Weg wählen? Parken in zweiter Reihe – na und? Jeder Winkel wurde bis zum letzten Zentimeter ausgenutzt, um das Auto möglichst nahe dem eigenen Wohnort unterzubringen. Ein Parken im Ein­mündungs- oder Kurvenbereich und in zweiter Reihe der ohnehin engen Straßen wird dabei einfach aus Bequem­lichkeit in Kauf genommen, denn das Falschparken kostet ja maxi­mal ein „Knöllchen“ und ein ärgerliches Achselzucken über die „Abzocker“ vom Ordnungsamt. So die eher gleichgültige Ein­stellung der Parkenden. Ein Bild, wie es sich in vielen Wohn­vierteln des Bezirks Charlot­tenburg-Wilmersdorf, aber natür­lich auch insgesamt im Stadtgebiet tagtäglich zeigt.

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Beppo PohlmannVon Beppo Pohlmann

Eigentlich habe ich ja nichts gegen Straßenverkäufer,

ABER ...

 

(Berlindabei - Rüdesheimer Platz & Umgebung 6)

 

 

Sie tun was für ihr Geld. Sie betteln nicht, sondern bieten eine Gegenleistung. Einen Teil des Geldes können sie behalten, ein anderer fließt in soziale Projekte. Schließlich sichern sie – und das sei nur am Rande bemerkt – den Arbeitsplatz der Zeitungs­macher.

 

Als diese Straßenzeitungen neu waren, habe ich öfter mal eine gekauft, bis ich merkte, dass mich die Artikel nur äußerst mäßig interessierten. Selbst ein Interview mit mir vor einigen Jahren öde­te mich regelrecht an, kein Wunder, ich wusste ja, was drin stand.

 

Deshalb habe ich damals die Mark und jetzt den Euro (okay, mal auch nur 50 Cent) den Leuten so gegeben und ihnen die Zeitung gelassen. Das habe ich gern getan, bis die Verkäufer mit der Unvermeidlichkeit eines Gitarrensolos in der Musik der 1970er Jahre bei jeder U-Bahn-Fahrt auftauchten und ihr Sprüchlein auf­sagten. Alle sehr ähnlich. Haben die dafür 'n Trainer?

 

Ich halte das für einen Trick, denjenigen, der nichts gibt, als hem­mungslosen Sozialdarwinisten dastehen zu lassen, vor allem vor den Touristen, die alle etwas geben! Und gegen solche Mas­chen bin ich allergisch, seit ich als Student aus der Provinz fast mein ganzes erstes BAföG an die Bettler verschleudert habe, die mit dem Spruch „Haste mal 'ne Mark?“ die U-Bahn bevölkerten. Die Begründungen dieses finanziellen Bedürfnisses

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